Südafrika "das Eldorado für Angler !

Irgendwo, weit abseits der Ballungszentren: Am Eingang eines Game Parks löst man eine Lizenz und braust mit seinem Geländewagen meilenweit über goldgelbe Traumstände eines Naturreservates. Endlose hohe Dünenlandschaften säumen den glatten Sandboden, erwartungsvoll fällt der Blick auf das azurblaue Meer, dessen Brandung ungestüm auf das Meer klatscht. Die Frage nach dem goldenen Spot erweist sich in diesem Teil der Welt als deplaziert: Zig Kilometer Küste sind eigens für Angler reserviert.

Selbst angesichts der rund 750.000 begeisterten südafrikanischen Meeresangler ist Hochbetrieb quasi ausgeschlossen - bei rund 3000 km Küste sind Beschaulichkeit und Ruhe nicht weit.

Anglern muß Südafrika wie die Vollendung eines Traumes vorkommen. Am besten, man hat immer eine Rute schnell griffbereit. Im Innland ist Angel- Volkssport Nr. 1 der Forellenfang. Die Einwohner im Großraum Johannesburg und Pretoria beispielsweise zieht es am Wochenende magisch an die Ufer des Vaal River, um mit einer Forelle, aber auch einem Yellowfish, einer Barbe oder einem Karpfen den großen Fang zu machen. Selbst Wanderer in den großartigen Drakensbergen müssen bei entsprechender Neigung immer mal ein Angelpäuschen einlegen - zu verlockend sind die eiskalten Forellenbäche im Vorgebirge. Sicher sind es Momente des Glücks und Sternstunden für jeden Fliegenfischer, wenn Forellen und andere starke Kämfer aus dem Wasser schießen. Auch in Südafrika ist es eine Kunst, mit der richtigen Fliege den Fisch aus der Reserve zu locken.

Brandungs- und Meeresangler haben ebenfalls das große Los gezogen. Die zwei unterschiedlichen Meeresströmungen des Landes - der kalte antarktische Benguela, der zum einen an der Westseite Südafrikas entlangfließt und sich aber auch im Indischen Ozean mit dem warmen Agulhas aus der Äquaturialzone vermengt - haben eine derart üppige Tierwelt geschaffen, daß sich auch weitgereiste Angler zu wahren Jubelstürmen hinteißen lassen. Einblicke in den typischen Alltag eines Brandungsanglers: Ausgerüstet mit einer etwa 4 m langen Rute , 20 - 40 gramm schweren Bleien, bei Haivorkommen ist ein Stahlvorfach unbedingt erforderlich, der passenden Multirolle- fiebert unser Angler in seinem ledernen Bauchgurt mit Rutenhalter und leichter, vor Sonnenbrand schützender Kleidung seiner sicheren Beute enzgegen: von Meerbrassen, Stachelmakrelen, Gitarrenrochen, Sandhaien, Grunter oder Shads bis hin zu Adlerfischen. Nur für die Köder- Sardinen, Muschelfleisch, Tintenfische, Garnelen oder Fetzen von Fisch- muß der Angler noch Sorge tragen. Das Angeln mit einem Drachen ( Kite-Fishing ) schlägt übrigens der ungestümen Wasser-Natur Südafrikas ein Schnippchen. Dieser Köder segelt weit über die Brandung hinaus und erhöht die Fangquote enorm.

Wer unter Big Gamern in Sachen St.Lucia Marine Park mitreden kann, hat sich unter seinesgleichen bereits für höhere Weihen empfohlen - wenn dies überhaupt noch möglich ist. Mit ihren starken Außenbordern überwinden die sogenannten Ski-Boats beispielsweise an der KwaZulu/Natal-Nordküste die oftmals mächtige Brandung und fahren in Gewässer, die beinahe die Hälfte aller südafrikanischen Angelrekorde sichern. Beim berühmten Angelplatz Sodwana Bay tummelt sich im 24° C warmen Wasser die ganze Familie der tropischen Raubfische, vom Hundezahnthun über den Makhai bis hin zum Sailfisch und schwarzen Marlin. Aber auch Barrakuda, Bonito, Dorado, Hammerhai und Yellowtail reißen die Ruten aus den Halterungen und lassen die Ausleger zischen.

Das idyllische Fischerstädtchen Hout Bay bei Kapstadt ist unter Big Gamern ebenfalls über jeden Zweifel erhaben. Die Reviere entlang der Schnittstelle der beiden südafrikanischen Meeresströme sind absolut rekordverdächtig. Ein kleiner Streifzug durch die Gewichtshits: Gestreifter Marlin ( 91,2 kg ), Großaugenthun ( 89 kg ), Blauflossenthun ( 382 kg ), Weißer Hai ( 430 kg ).

Seit kurzem ist die Kapstädter Region noch berühmter geworden: Nachtangler erbeuteten völlig überraschend einen Schwertfisch - anschließend entdeckte man in 400 Meter Wassertiefe einen Graben mit unvorstellbarem Fischreichtum. Die Prognose liegt auf der Hand: Big Gamer aus aller Welt wird dieser Garten Eden nicht ruhen lassen.

Das Vergnügen an der Küste oder auf offener See steht jedem Angler frei, alleine die Süßwasserregionen verlangen einen Obulus in Höhe von ca. DM 1,50 und die Ausstellung einer Lizenz. Gefischt werden darf in Südafrika eigentlich immer. Alleine der Forellenfang kennt Schutzmonate: Juni, July und August.

Begeisterung also allerorten, wenn es ums Angeln geht. Ausländische Besucher wissen ein Loblied auf die vielen Clubs und Verbände zu singen, die sehr hilfsbereit sind, den Anglerclub organisatorisch mitzugestalten - das beste Omen für jeden Petri Jünger, der schon immer einmal erleben wollte, "that the Fish came to the party".


Quelle.Satour, Frankfurt