Der weiÃ?e Main bei Kulmbach

Sauberer Forellen- und Äschenfluß


Der Oberlauf des Mains bei Kulmbach zählt zu den schönsten Gewässern in Deutschland. Hier fängt man zwar nicht jeden Tag kapitale Fische, aber den Angler erwartet ein sauberer Forellenâ?? und Äschenfluß mit Angelbedingungen, wie es sie sonst kaum gibt.

Anreise
Man fährt aus Kulmbach heraus. Die Stra­ße und die Bahnlinie folgen stromauf noch etwas dem Weißen Main, dann findet man einen Park­platz in der Nähe des Flusses. Kein Mensch, keine zertretenen Wege am Ufer. Blank und glatt zieht das saubere Wasser. Ein Spinn­fischer steht im Gebüsch und kämmt mit sei­nem Blinker das Wasser durch. Paradiesische Zustände finden sich an vielen Abschnitten des Weißen Mains, und Gastangler werden gern gesehen. 2.000 Gastkarten werden jedes Jahr ausgegeben. 45 km Fließwasser wer­den vom Bezirksfischerverein bewirtschaftet. Den Gastanglern stehen alle Vereinsstrecken offen, die auch den Vereinsmitgliedern zugänglich sind.

Freundliche Franken
Der Weiße Main liegt in Franken. Selten erlebt man ortsansässige Angler, die so bereitwillig Auskunft geben. Nicht nur im Angelgeschäft, auch im Fremdenverkehrsamt gibt es Tips. Wer im Hotel oder Gasthof einen einheimischen Angler trifft, dem wird nach ein paar freundli­chen Worten meist noch das Gewässer gezeigt. Der Weiße Main ist flußab bis Kulmbach ei­ne reine Salmonidenstrecke mit Äschen, Bach- ­und Regenbogenforellen, sowie einigen Weiß­fischen und Aalen. Die Gewässerqualität ist gut. Die Angler haben durchgesetzt, daß keine ungeklärten Abwässer mehr eingeleitet werden.

Rosa Forellen
Das Gewässer ist so sauber, daß sich Bach­forellen und Äschen fortpflanzen können. Das Fleisch der Fische ist rosafarben, weil sie viele Bachflohkrebse fressen, die oberhalb von Kulmbach sehr zahlreich sind .Am Weißen Main ist die Fliegenrute der Spinnrute immer überlegen. Nur mit der Flie­genrute kann man den künstlichen Bachfloh­krebs (Gammarus) ganz tief fischen. Eine lange Nymphenrute (ca. 2,85 m) kann man am Wei­ßen Main gut führen. Tagsüber ist ohnehin das Nymphenfischen besser. Nymphen, die Kö­cherfliegenlarven imitieren, sind im Weißen Main sehr erfolgreich, oder abends, wenn die Fliegen schlüpfen, die geflügelte Sedge, eine künstliche Fliege, die die Köcherfliege imitiert.

Ideal zum Lernen
Äschen lassen sich am Tag gut mit "Enten­bürzelâ??Fliegen" oder der "Kleinen Grauen" fan­gen. Wer an die großen Fische will, muß die Nymphe tief fischen. Mit kleinen Nymphen und dem Gammarus an einem 18er Vorfach überlisten die Spezialisten am Gewässergrund die Kapitalen. Die Regenbogenforellen gehen am Tage an den Streamer oder die Spinnangel. Wer im Fliegenfischen noch nicht so perfekt ist, kann hier ungestört mit der Flugangel trai­nieren. Die Einheimischen geben Tips, oft so­gar Unterricht. Fragen Sie in Angelgeschäften oder Gasthäusern.

Am besten im Mai
Die beste Jahreszeit für einen Angelbesuch liegt im Mai/Juni. Besonders an den langen Abenden läßt es sich gut fischen. Erlaubt ist das Angeln von einer Stunde vor Sonnenaufgang bis eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang (die Kalenderzeiten zählen). Das Wetter kann einem den Angelurlaub kaum verderben. Selten setzt sich ein Regen­gebiet zwischen den Bergen fest. Auch nach einem heftigen Gewitter ist der Weiße Main ein bis zwei Tage später wieder zu befischen.

Spinnfischen
Auch Spinnfischer sind am Weißen Main kei­nen engen Beschränkungen unterworfen. Die Widerhaken müssen nicht angedrückt werden. Allerdings sollte das trotzdem geschehen, denn auf die kleinen Meppsâ??Spinner ~bis Größe 3) gehen oft untermaßige Forellen und Äschen. Für den Spinnfischer gilt dasselbe wie für den Fliegenfischer. Bevor man anfängt zu fi­schen, sollte man genau das Wasser lesen. Wer gut beobachten kann, dem gelingt es oft, in ei­ner unverdächtig glatten Stelle einen guten Fische zu fangen. Bei der Spinnangel sollten ei­nige kleine dunkle Wobbler dabei sein. Die drei und fünf cm langen Modelle laufen gut, größere Wobbler verschrecken kleinere Fo­rellen, die in der Flucht die Kapitalen warnen.An einigen tiefen Stellen stehen im Weißen Main auch immer große Barsche, die kleine, tief geführte Mepps gut nehmen. Diese Barsche sind mit der Fliegenrute kaum zu fangen.

Barsch und Aal
Außer den Barschen gibt es noch einige Hechte, die von den Vereinsmitgliedern kurz gehalten werden, außerdem Barben, Nasen und Aale. Wer es am Weißen Main auf Barben mit der Fliegenrute versuchen will, der sollte wie­der den tiefergeführten Bachflohkrebs nehmen. Vorfächer für die Barben müssen allerdings stärker als 0,20 im Durchmesser sein. Barben kämpfen in der Strömung sehr hart. Wer im Spätsommer am Weißen Main auf Aale geht, darf beim Pöddern mit natürlichen Ködern fischen. Hierbei wird mit einem Bündel von Tauwürmern auf Wollfäden gefischt. Das Pöddern ist ebenfalls eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang zu beenden.
Das Wehr bei Lanzendorf am Weißen Main. 1991 setzten die Mainâ??Angler in einem Prozeß endgültig durch, daß keine Abwässer mehr eingelei­tet werden. Die Gewässerqua­lität ist deshalb hervorragend.

Angelkarten:
Es gibt nur Tages­karten, z.B. bei Karin Moser, Luthergasse 5 in Kulmbach, im Autohaus Popp (dort ist auch ein Angelladen), FröbeIstraße 12 in Kulmbach, oder im Angelgeschäft Eber, in der Hauptstraße 86 in Main­leus. In diesen Geschäften gibt es auch Tageskarten für den Roten Main

Die Fische:
Äsche, Bach ­und Regenbogenforelle, Barbe, Barsch, Nase, Aal.

Die beste Zeit:
Mai/Juni.

Übernachtung:
Im Frem­denverkehrsamt Kulm­bach hilft man gern weiter. Wer am Weißen Main an­geln will, sollte auf die Hil­fe des Fremdenverkehrs­amtes nicht verzichten.


Für die Texte bedanken wir uns bei:

Detlef Goerke