Stichling

Lateinischer Name: Gasterosteidae

Aussehen: Der Stichling, auch Steckling , Steckbündel oder Stachelfisch genannt ist ein überaus gewandter Schwimmer und gehört zu den Stachelflossern. Er kommt auf eine Größe von 5-8 cm, max 11 cm. Lediglich der Seestichling kann eine Größe von ca. 20 cm erreichen. Stichlinge verdanken ihren Namen ihren einer Reihe von 3-16 Stacheln vor der Rückenflosse. Aber auch an der Bauchunterseite befinden sich Stacheln, jedoch in geringerer Anzahl als auf dem Rücken. Stichlinge sind von der Körperform gestreckt und seitlich abgeflacht. Der Kopf läuft spitz zu und hat ein kleines endständiges Maul. Ihr Körper ist schuppenlos und sind nackt oder haben in Folge der Rückbildung der Schuppen entweder mehr oder weniger Knochenplatten. Während der Rücken bei allen Stichlingen olivgrün bis blaugrau ist, ist die Färbung des Bauches recht unterschiedlich und ist z.B. bei Dreistachligen Stichling weiß und beim neunstachligen Stichling weißlichgrün. In der Brutzeit ist der Bauch des Männchens auffällig bis ins rote gefärbt. Stichlinge können 4-6 Jahre alt werden.

Lebensraum/Verhalten: Der Stichling ist nahezu in allen stillen, schwachfließenden Teichen Seen, Bächen, Tümpeln Binnengewässern Europas vor. Zudem findet man sie in küstennahen Süß- Brack- und Meerwasser. Da sie auch in stark verunreinigten Gewässern relativ unempfindlich zeigen, sind sie dort nicht selten die einzige Fischart. Bevorzugt sich die schwachfließenden pflanzenreichen flachen Gewässer. Hier hält er sich gerne in kleinen Gruppen in Pflanzen auf. Er gilt als besonders agressiv und greift auch größere Fische an, wobei er die sonst flach anliegenden Stacheln aufstellt und einsetzt. Dies gelingt ihm ohne großen Kraftaufwand, da die Stacheln mit Scharnieren versehen sind und einrasten.

Nahrung: Die Nahrung besteht aus Kleinsttieren wie Würmern, Kleinkrebsen und Insektenlarven. Auch Fischlaich und Brut werden gefressen

Vermehrung: Die Laichzeit fällt in die Zeit von Mai bis Juli. Das Stichlingmännchen hat zu dieser Zeit eine auffällige Färbung teilweise bis dunkelorange. Es sucht sich im flachen Wasser eine Stelle und verteidigt hier nun sein Brutrevier. Auch Weibchen werden erst nach dem Nestbau ins Revier gelassen. Das Nest wird in Bodennähe vorwiegend aus Pflanzenteilen erstellt. Als Klebemittel produziert das Männchen in der Zeit ein zähes Sekret. Nun wird das Weibchen umworben. Nach der Eiablage im Nest, ca. 100 Eier verläßt das Weibchen das Nest und das Männchen schmimmt hinein um die Eier zu befruchten. Dieser vorgang wird oft mit meheren Weibchen wiederholt. Das Männchen bewacht nun das Gelege mit höchster Agressivität. Nach ca. 5 Tagen schlüpfen aus den Eiern die Larven, die bis zum Aufbrauchen des Dotters aber im Nest verweilen. Selbst danach werden sie noch bis zu 10 Tagen vom Männchen bewacht. Die Geschlechtsreife erlangen die Stichlinge nach ca. 2 Jahren.

Gefährdung: Die Gefährdung der einzelnen Stichlingarten ist unterschiedlich eingestuft und reicht von nicht gefährdet beim Dreistachligen Stichling bis Stark gefährdet beim neunstachligen Stichling.

Schutz: Gemäß der unterschiedlichen Gefährdung sind auch die Maßnahmen. Beim dreistachligen Stichling bestehen derzeit keine Maßnahmen, während beim neunstachligen Stichling eine ganzjährige Schonung einzuhalten ist.