Schleie
Lateinischer Name: Tinca tinca

Aussehen: Die Schleie gehört zu der Familie der Karpfenfische und kann eine Länge von 20 bis 30 Zentimetern, in Ausnahmefällen auch bis 70 Zentimetern und ein Gewicht bis zu 10Kilo erreichen. Der Körper ist mäßig gestreckt und sehr kräftig. Die Maulspalte ist klein und endständig, in den Mundwinkeln sitzt je ein Bartfaden. Die Augen sind sehr klein. Beim Männchen ist der zweite Bauchflossenstrahl stark verdickt und die Bauchflosse reicht bis zur Afteröffnung, wodurch er gut vom Weibchen unterschieden werden kann. Die Rückenflosse weist 12-13, die Schwanzflosse 19, die Brustflosse 16-18, die Bauchflosse 10-11 und die Afterflosse 9-11 Strahlen auf. Eine Fettflosse ist nicht vorhanden. Entlang der Seitenlinie kann man 87-116 kleine Rundschuppen zählen. Die Haut ist dick und schleimig. Die Grundfarbe der Schleie ist dunkel oliv.

Lebensraum/Verhalten: Man findet die Schleie in ganz Deutschland in fast allen Gewässern. Sie bevorzugt ruhige, krautreiche und warme Gewässer, die ihr einen schlammigen Untergrund bieten. Auch in den Brackwasserbereichen der Ostsee kommt sie vor. Die Schleie ist nachts aktiv und versteckt sich tagsüber in Pflanzenbeständen. Sie besitzen eine Fähigkeit, auch kurzfristigen Sauerstoffmangel zu überstehen. Sie verfallen bei ungünstigen Bedingungen im Sommer in eine Hitzestarre. Daher kann man sie sogar in kleinen Tümpeln antreffen. Zum Winter sammeln sie sich in kleinen Trupps und verbringen die kälteren Monate gemeinsam im tiefen Wasser, oder sie bleiben allein und graben sich im Schlamm ein.

Nahrung: Ihre Nahrung sucht die Schleie erst in der Dämmerung und bei Nacht. Hauptsächlich ernährt sie sich von Bodentieren und Pflanzen.

Vermehrung: Die Männchen werden mit 2 und die Weibchen mit 3 Jahren geschlechtsreif. Die Männchen bekommen am Kopf und auf dem Rücken einen Laichausschlag. Die Laichzeit findet in den Monaten Mai bis Juli statt. Dazu suchen sie in kleinen Gruppen krautreiche Uferabschnitte auf. Das Weibchen legt bis zu 300.000 Eier mit einer Größe von unter 1 Millimeter ab. Dies geschieht etappenweise innerhalb von 1-2 Wochen. Sie legt die Eier an Wasserpflanzen ab und bereits nach 3-4 Tagen schlüpfen die Larven. Bis sie Schwimmfähig sind bleibe sie jedoch mit Klebdrüsen am Laichsubstrat hängen.

Gefährdung: Die Schleie wird in den meisten Bundesländern als nicht gefährdet eingestuft, in wenigen gilt sie jedoch als potentiell gefährdet.

Schutz: Die Bestände werden oft durch Besatz gestützt.