Lateinischer Name: Lampetra fluviatilis
Aussehen: Das Flussneunauge erreicht eine Länge von 30 bis 40 cm, dabei sind die Männchen meist kleiner als die Weibchen. Der Körper des Flussneunauges ist langgestreckt und aalförmig. Die Flossen sind nicht paarig und die Rückenflosse ist zweigeteilt. Wobei man zwischen einem vorderen und hinteren Abschnitt unterscheidet. Dieser hintere Teil bildet zusammen mit der Schwanzflosse und der Afterflosse einen unterbrochenen Flossensaum und umgibt das komplette Hinterende des Fisches. Das Flussneunauge besitzt ein arttypisches Rundmaul, welches zu einem Saugmaul umgestaltet ist. Auf einer Hornplatte unterhalb der Mundöffnung befinden sich fünf bis neun scharfe Hornzähne, weitere kräftige Zähne liegen neben und oberhalb der Mundöffnung. Es verfügt über sieben runde Kiemenöffnungen, einem echten Auge und eine Nasenöffnung. Daher rührt auch sein Name Neunauge. Der Rücken und die Flanken haben eine dunkelgraue bis graugrüne Färbung, der Bauch eine weiße.
Lebensraum/Verhalten: Die erwachsenen Flussneunaugen leben als äußere Parasiten im Meerwasser. Mit ihrem Saugmaul heften sie sich an den Wirt. Man findet das Flussneunauge jedoch auch in größeren Flüssen
Nahrung: Wie schon erwähnt lebt das Flussneunauge als Parasit. Wenn es sich mit seinem Saugmaul an den Wirt angeheftet hat, raspelt es mit Hilfe seiner bezahnten Zunge das Muskelfleisch des Wirtes ab. Dabei verhindert ein gebildetes Sekret (spezielle Enzyme im Speichel) die Gerinnung des Blutes. Die Larven des Flussneunauges ernähren sich von Planktonorganismen und organischen Materialien, die sie im Süßwasser aufnehmen.
Vermehrung: Bis zur geschlechtsreife leben die Flussneunaugen im Meer. Wenn sie geschlechtreif sind stellen sie die Nahrungsaufnahme im Herbst ein und wandern in die Oberläufe der Flüsse. Der Darm bildet sich zurück und das Flussneunauge begibt sich in die Winterruhe, bevor es sich in den Monaten Februar bis Mai paart. Zum laichen bilden sie kleine Gruppen und bevorzugen eine Wassertemperatur von etwa 9 Grad. Das Männchen schlägt Laichlöcher, worüber sich das Weibchen festsaugt. Nun werden sie von den Männchen mit dem Hinterleib umschlungen. Mit diesem Vorgang presst das Männchen die Eier aus dem Weibchen und gibt gleichzeitig sein Sperma hinzu. Innerhalb weniger Tage kann das Weibchen so bis zu 40.000 Eier ablaichen. Nach dem Laichen sterben die Elterntiere. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen aus den Eiern die Querder, die sich im schlammigen Boden eingraben. Sie besitzen einen Kiemendarm, mit dem aus dem Wasser ihre Nahrung filtern. Die Querder besitzen keine Augen. Im Alter von drei bis vier Jahren ist die Larvenzeit beendet und die Jungtiere haben eine Länge von etwa 15 cm erreicht. Nun kommt es zu einer mehrwöchigen Metamorphose und die Merkmale eines erwachsenen Tieres bilden sich. Nun wandert das junge Flussneunauge mit der Strömung ins Meer, wo es bis zur geschlechtsreife lebt.
Gefährdung: Das Flussneunauge hat den Gefährdungsgrad „vom Aussterben bedroht“.
Schutz: Es ist ganzjährig geschont.

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