Zander bei 32 Grad im Schatten !



Werte Angelfreunde,

Es war ein heisser Sommertag im Juli 2000 am bayerischen Baggersee Burg der dem Fischereiverein Langenneufnach gehört. Ich fischte dort zum ersten mal und mein Kumpel war ein Kenner dieses Gewässers. Wir fischten mit der Feederrute auf Karpfen und ich hatte wie immer das Glück nur kleine Rotaugen zu fangen , es wurde langsam Mittag und die Sonne brannte unaufhörlich hernieder und die Schweißperlen standen mir auf der Stirn als mich die Unlust packte alle 2 Minuten ein Rotauge abzuködern.

Ich fragte meinen Kumpel wie es hier mit Zander aussieht , er belächelte mich von der Seite und sagte: "Erstmal bin ich ein Friedfischangler und zum zweiten ist das doch ein meist nachtaktiver Fisch und jetzt bei 32 Grad im Schatten lacht Dich doch jeder aus wenn Du ihm erzählst das Du jetzt am mittag um 12:00 Uhr auf Zander fischen willst." Ich wußte das er Recht hat und die Schamröte trieb mir ins Gesicht denn meine Frage war schon sehr unprofessionell. Ich wollte eigentlich nur noch mit ihm ratschen und nicht mehr angeln und das war die Antwort ! Ich dachte naja dann probier ich es halt trotzdem!

Ich nahm eines der gefangenen Rotaugen und stellte ihm wieder eine Frage: Wie tief ist denn das Gewässer ? "Hier ist es ziemlich flach aber ein paar Meter unterhalb ist eine Scharkante wo das Gewässer in 7-8 Meter Tiefe abfällt". Er zeigte mir diese Stelle und ich köderte das 12 cm lange Rotauge an ein Stahlvorfach , stellte den Stopper auf ca. fünf Meter ein und warf einfach raus in der Hoffnung jetzt ein wenig Ruhe zu haben und mich im Schatten ein wenig auszuruhen. Da rief mein Kumpel: " Jens kommst Du mal und hilf mir beim keschern , ich hab einen grösseren Karpfen dran" . Ich half ihm und meine Gedanken überrannten mich: Erst fangen wir nur Rotaugen und wenn ich schon mal so eine sinnlose Aktion an einer anderen Stelle wage dann fängt er die dicken Brummer. Ach Petri was hab ich Dir getan? Neidisch betrachte ich seinen tollen Fang und als er wieder auswirft und aus irgendeinem Grund wieder einholte sagte er: " Ich hab da eine Schnur gefangen wo kommt die denn jetzt her ?" Da schoss mein Puls auf 180 !!! "warte ich schau schnell mal nach meiner Angel !!!!" rief ich. Ich sprang wie besessen zu meiner Angel , der Blick schweift über den See " wo ist meine Pose ?" weg! O gott meine Schnur sie war bis auf den Knoten von der Rolle gespult. 230 Meter. Ich hatte sie erst gestern neu aufgezogen!

Ich setzte einen Anhieb und mein Kumpel stand schon neben mir und wollte wissen ob was hängt , aber das ging alles so leicht. Keine Ahnung sagte ich zu ihm. Dann war da doch ein Widerstand aber ich schwieg denn ich wollte kein unnötiges Aufsehen erregen. Meine Bizeps im Oberarm fingen an zu zittern denn das kurbeln wurde bei diesen Temperaturen zur Qual. Der Fisch zog wieder wie ein wahnsinniger und spulte wieder ein paar Meter von meiner Rolle , Meter die ich mühevoll eingezogen hatte. Wie lange dauert denn das noch ? Der Schweiß lief mir in die Augen und ich dachte ich sehe bald nichts mehr! Nach unendlichen Minuten kam ein prachtvoller Zander zum Vorschein und ich brach vor lauter Freude beinahe in Tränen aus denn mit so einem wunderbaren Fisch hätte ich garantiert nicht gerechnet. Satte 82 cm ! Zwar nicht der grösste aber es war mein schönster Fang den ich je gemacht hatte und ich will damit eigentlich nur sagen das auch Petri uns belohnt und Dir Fische an die Angel schickt mit denen keiner rechnet. In diesem Sinne Petri Heil und nie die Geduld verlieren !

Gruß Euer Jens