Autor: Hans - Werner Räth
Datum: 26. Februar 2000
Wie in jedem Jahr treffen sich Vorpommerns Angler zum Barschangeln ab Mitte Oktober im Hafengebiet von Stralsund.
Grund dafür sind die jährlich hervorragenden Angelergebnissse.
Mit dem Abkühlen des Wassers ziehen dann die Barschschwärme in die tieferen Bereiche des Hafenbeckens und halten sich dort für einige Wochen auf.
Vorwiegend gute Angelplätze sind die Steinerne Fischbrücke, die Ballastkiste und die Anlegeplätze der Weißen Flotte.
Neben Barschen sind auch Plötzen, Hecht und Zander zu angeln. Kapitale Hechte zwischen 20 und 30 Pfund sind keine Seltenheit, Zander meist untermaßig und die Plötzen erreichen ungeahnte Grössen.
Das Barschangeln hat sich hier zum wahren Volkssport entwickelt. Täglich stehen hier bis zu 30 Angler an der Pier um dem Barsch mit unterschiedlichen Methoden nachzustellen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es regnet, stürmt oder schneit. Die Barschgrößen erreichen oftmals
35 cm, meistens aber 20 bis 30 cm. Das Mindestmaß beträgt 20 cm. Sollten vorwiegend untermaßige Barsche gefangen werden, ist ein Platz - oder Köderwechsel notwendig. Als Köder können Regenwürmer, Twister oder Pilker ( bis 40 gr ) eingesetzt werden.
Die besten Angelergebnisse werden mit folgender Gerätezusammenstellung erzielt:
- Rute ca. 3 m ( Wurfgewicht 20 - 60 gr ).
- Stationärrolle mit 18er geflochtener Schnur.
- Minipaternoster mit 2 Haken der Größe 6 ( Es sind nur zwei "Anbißstellen" pro Angel erlaubt ! ).
- Die Beköderung der Haken erfolgt entweder mit Regenwürmern oder mit zwei Jigs ( Gewicht ca. 2 gr ) und Twistern ( ca. 6 cm lang ) unterschiedlicher Farbe.
- Als Endgewicht dient ein Birnenblei ( ca. 25 gr ) mit eingegossenem Wirbel ( bei Wind ca. 40 - 50 gr ).
Der Paternoster besteht aus 40er Monofilschnur mit zwei eingebundenen Seitenarmen aus 25er Monofilschnur. Bei auftretenden Hängern geht dann meist nur ein Haken verloren.
Der Köder sollte immer nur in Richtung der Fahrrinne geworfen werden ( Wurfweite ca. 50 - 60 m ) und ganz langsam mit leichtem Zucken zu sich herangezogen werden. Die Anbisse erfolgen sehr vorsichtig und müssen mit kurzem Anschlag beantwortet werden.Noch ein Tipp für den Plötzenangler:
Wer Plötzen angeln will, benutzt eine ca. 4 m lange Teleskop - oder Steckrute mit Stationärrolle und 25er Monofilschnur, Laufpose und Friedfischhaken mit Regenwürmern bestückt. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn zwischen Pier und Schiff geangelt wird, Kiloplötzen machen das Angeln dann zu einem unvergessenen Erlebnis.
Was sonst noch beachtet werden sollte:
Wer im Hafengebiet von Stralsund angelt, sollte unbedingt seine gültigen Angelpapiere mitführen, es drohen sonst empfindliche Strafen.
Besitzer von Fischereischeinen können Tages -, Wochen - oder Jahreskarten im Angelladen Ziese in der Wasserstraße erwerben.
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