Dornhaie in Norwegen !
Patric mit 2 Dornhaien Zwei Dornhaie. Patric hat gut Lachen am letzten Tag unserer einwöchigen Norwegentour haben wir zusammen 13 Dornhaie auf die Bretter gelegt. Sommer 98 ,genauer gesagt im August, sind wir zu viert nach Norwegen auf die Insel Halsnoy gefahren. Die Insel liegt ca 50 km oberhalb von Stavanger .Die Fahrt zu dieser Insel war für uns nicht gerade ein kleiner Trip, man muß sich mal die Stunden der Anreise auf der Zunge zergehen lassen. Von der Haustür bis zu der Insel brauchten wir mit Fährüberfahrt auf der Hinreise 25 Stunden und auf der Rückfahrt 24 Stunden. Das ist heftig .Wer allerdings das erstemal nach Norwegen reist sollte gleich mit der Schnellfähre der Colorline von Hirthals aus übersetzen. Denn die "normale" Fähre braucht sechs Stunden für die Überfahrt gegenüber der Schnellfähre mit zweieinhalb ein recht ordentlicher Unterschied. Einziger Nachteil auf die Schnellfähre dürfen keine Transporter, Wohnmobile und Busse. Als wir auf der Insel ankamen erzählte uns unser Vermieter schon das diesen Monat die Haie da sind.
Unser erster Tag auf der Insel .Morgens um 10:00 Uhr kamen wir völlig geschafft an unserer Hütte an. Aber natürlich egal wie kaputt wir waren mit der Seeluft kam auch die Lust aufs Angeln und so gab es nichts das uns an der ersten Ausfahrt hätte hindern können. Wir hatten noch recht heftigen Wind am ersten Tag. Die Kollegen die wir trafen erzählten uns das daß Wetter erst jetzt besser wurde und das es die Woche davor nur gestürmt und geregnet hatte. Und so fuhren wir zum ersten Testangeln in unbekannte Gebiete.
Patric und Ich am ersten Tag
Jeden Tag wurden zu beginn unserer Angeltour mehrere Makrelen als Köder gefangen. Diese wurden zuerst Filetiert und anschließend in viele kleine 10 mm breite Streifen geschnitten. Die Drillingshaken an unseren Paternostern wurden mit diesen Streifen garniert. Zwei bis drei Streifen je Hakenspitze ,so hatten wir einen richtig "Fetten" Köder zum anbieten. Viele der anderen Sportfreunde die auf Halsnoy pilkten kamen öfters ohne Fisch in den Hafen zurück. Dagegen waren unsere Fischkisten sehr gut gefühlt. Also kam nur Naturköderangeln im August in Frage. Schon nach zwei Tagen waren wir die Bösen ,weil wir die Makrelen als Köder benutzten und nicht einfroren um sie mit nach Hause zu nehmen. Es war fast kein Dorsch in der Bucht wo wir fast immer angelten, auch größere Pollacks und Köhler kamen nicht in der Menge vor das man mit Paternoster und Pilker hätte Erfolg haben können. Also kam nur Naturköderangeln in Frage. Wir angelten die ganze Woche über nun Morgens vier Stunden bis zum Mittag und NAchmittags bis zum Sonnenuntergang. Jeden Tag hatten wir viele gute Fische gefangen, darunter meistens Leng ,Schellfisch, Rotbarsche, Köhler und Pollacks .Zwei kleiner Dorsche waren auch mit von der Partie. Mein größter Leng hatte 157 cm bei 45 Pfund und biß auf Makrelenfilets in ca 90 m tiefe. Da Patric seinen ersten Hai gleich am ersten Tag gefangen hatte und wir die restlichen Tage keine Haie fanden war mein einziger Wunsch natürlich noch wenigstens einen Hai zu fangen. Am Vorletzten Tag war klar das wir die verbleibenden paar Stunden damit verbringen würden auf Haie zu angeln und natürlich zu suchen. So kam der letzte Angeltag und wir fanden weder Haie noch Makrelen die Bucht war wie Ausgestorben. Ein paar Angler hatten direkt an der Steilküste einige Makrelen gefangen ,das konnten wir aus ein paar hundert Meter Entfernung beobachten. Als die Sportfreunde dann diesen Angelplatz verließen mußten wir es dort versuchen da alles andere nichts brachte. So fuhren wir dort hin und fingen gleich ein paar Makrelen. Meine nutze ich zum Naturköderangeln und Patric blieb beim Makrelen fangen, erstmal. Runter mit den Fetzen, fünf Minuten später hatte ich einen Leng an der Rute, Patric hatte Lunte gerochen und machte seine Rute klar und fing sofort auch einen Leng. Nun mußten wir das Boot ersteinmal wegen der Abdrift versetzen. Motor aus , Ruten rein, Grundberührung bei 30 Meter und sofort Ruckartige hartnäckige Bisse an beiden Ruten, das waren keine Leng das wußten wir beide sofort, viel zu Wilde Attacken. Die ersten Anschläge gingen ins Leere. Aber als wir den Dreh raus hatten hing bei jeder Drift und nach jedem Biss mindestens ein Dornhai am Haken. Etwas mulmig wurde uns schon als wir sahen das bei jedem hochpumpen der Haie gleich vier ,fünf oder mehr Haie mit zur Oberfläche hochkamen, Ihr Rückenflossen durchbrachen die Wasseroberfläche, dann drehten sie eine Runde um unser Boot und tauchten wieder ab. Es ist ein wahnsinniges Gefühl wenn man in dem Glasklaren Wasser einen ganzen Schwarm Haie hochkommen sieht. Man mag sich nicht einmal die Hände waschen :) Dreizehn Haie in drei Stunden war die Ausbeute am letzten Angeltag, mein Wunsch ging in Erfüllung und in Deutschland brauchten wir nur ein paar Tage um die leckeren Haifilets zu verspeisen. Anzumerken bleibt das unsere Haie fast alle so um die 105 cm bis 125 cm lang und Acht bis Zehn Pfund schwer waren. Man sollte auch daran denken das man bei der Landung dieser Haie auf die zwei Dornen an Rückflosse und Schwanzflosse achtet ,sie sind zwar nicht Tödlich können aber böse Entzündungen verursachen.
Ich am letzten Tag unseres Norwegenurlaubs Ich hatte nun auch endlich meine ersten Dornhaie gelandet. Welch eine Erfahrung. Was für ein Drill. Haie beißen nicht gerade zimperlich ,wenn sie den Köder nehmen hauen sie auf die Ruten . Viele kurze harte Schläge in den Rutenspitzen verraten einem das sie den Köder zerfetzen. Dornhaie sind hervorragende Speisefische. Sie lassen sich auf ganz einfache Art Filetieren und Häuten. Die Haut abziehen ist Pflicht.!