Brandungsangeln Tips und Tricks !
Erfolge beim Brandungsangeln kommen nicht von allein:

Auch hier macht übung den Meister. Worauf Sie achten sollten und welche Tricks den Anfänger weiterbringen. Es ist häufig das selbe Bild am Strand: Ein paar Angler fangen sich die Eimer voll - die übrigen starren stundenlang angestrengt auf die Rutenspitzen, um wenigstens einen kleinen Küchendorsch mit nach Hause zu bringen. Dabei ist der Erfolg beim Brandungsangeln keine Hexerei. Denn wenn auch niemand Fische an den Haken zaubern kann, mit ein paar Tricks und dem nötigen Grundwissen kommen Sie dem regelmäßigen Fangerfolg schon ein Stück näher. Eine gute Vorbereitung auf den Angeltag ist so ziemlich das Wichtigste. Kontrollieren Sie vor jedem Fischen Ihre Schnur. Ausgedehnte Schnüre kosten Wurfweite, und die Weite entscheidet nicht selten über Erfolg und Mißerfolg beim Brandungsangeln. Aufgerauhte Schnüre kosten Systeme und Bleie - nicht nur aus finanzieller, sondern auch aus ökologischer Sicht ist also Kontrolle besser. Bereiten Sie ausreichend Vorfächer vor, die Sie am besten selber knüpfen - oftmals haben handelsübliche Fertigpaternoster zu viele Schwachstellen und Abrisse sind teuer. Zwei Montagen reichen in fast allen Fällen völlig aus: eine Nachläufermontage mit langer Mundschnur bei ruhigem Wetter, und ein System mit kurzer Mundschnur für rauhes Wetter. Ansonsten kontrollieren Sie penibel Ihre Ausrüstung. Nichts ist schlimmer, als wenn mitten in der Nacht Ihre Kopflampe schwächelt, Sie die Knicklichter vergessen haben, oder Sie den ganzen Abend statt mit der Lösezange mit Ihren Fingern im Dorschmaul rumhantieren. Vorfächer gehören in eine Vorfachtasche. Das kann notfalls auch eine Plastikmappe mit Klarsichtfolien sein. Schön ineinander verknäulte Vorfächer im Angelkasten, mit unzähligen Schnurknicken und die Haken angerostet: Da können Sie die Nacht am Strand gleich abhaken.

Die richtige Platzwahl

über das Brandungsangeln ist in den letzten Jahren viel geschrieben worden. Und jeder hat mit Sicherheit schon gelesen, dass auflandiger Wind nunmal die besten Voraussetzungen zum Brandungsangeln bietet. Trotzdem ziehen viele den beschaulichen Sonnenuntergang mit dem Wind im Rücken vor (am besten noch vor einer Steilküste). Nur beschweren Sie sich bitte nicht, wenn Sie dann keine Fische fangen. Dort wo die See aufgewühlt ist, wirbelt Nahrung umher, und die Fische beißen unvorsichtiger. Schließlich heißt Brandungsangeln ja nicht von ungefähr Brandungsangeln. Also, ran an den Wind! Der Strandabschnitt sollte danach ausgesucht werden, was Sie fangen möchten. Plattfische bevorzugen breite Sandbänke oder Krautbänke mit großen Sandflächen dazwischen. Dorsche lieben eher tiefe, mit Steinen und Krautbänken durchsetzte Uferabschnitte. Gehen Sie in die Nacht hinein zum Angeln - Meeresfische sind meist eher lichtscheue Gesellen und kommen erst mit der Dämmerung zum Jagen unter Land. Ausnahmen bestätigen hier die Regel. So können Sie sich tagsüber an manchen Tagen kaum vor Bissen retten und gegen Abend ist plötzlich Sendepause angesagt. Aber solche "verkehrten" Beißzeiten gehören wirklich nicht zum Alltag. Versuchen Sie aber trotzdem schon im Hellen am Wasser zu sein. So können Sie sich mit der Umgebung vertraut machen und Sand- sowie Krautbänke auskundschaften

Suchspiel

Kein Angeltag ist wie der andere. Warten Sie nicht nur bis die Fische Ihre Köder gefunden haben, sondern suchen Sie gezielt die Räuber. Wer mit zwei Ruten an den Strand geht, hat auch die Möglichkeit, mit unterschiedlichen Wurfweiten der Beute auf die Schliche zu kommen. Haben Sie mit einer Rute die Fische gefunden, ist es ein leichtes mit der anderen Rute auf der gleichen Weite zu fischen. Trauen Sie sich auch ruhig mal, auf 20 Meter zu angeln. Es ist erstaunlich, wie oft die Fische direkt vor den Füßen der Angler ziehen. Sie dagegen haben den halben Abend versucht, das letzte aus Ihren "Stöcken" zu holen. Manchmal ist weniger eben mehr - das gilt auch für die Wurfweite beim Brandungsangeln.

Nicht kleckern, klotzen !

Natürlich gibt es Angler die mit 25 Wattwürmern die ganze Nacht fischen und am Morgen noch 8 Würmer verschenken können. Wenn es auch billiger kommt, Erfolg haben Sie mit dieser Methode sicherlich nicht. Wer wirklich beim Brandungsangeln Fische fangen will, sollte alle 15 Minuten frische Würmer aufziehen. Entfernen Sie vorher die alten Reste, denn die riechen sowieso nach gar nichts mehr. Fische beißen nicht aus Mitleid, sondern aus Appetit. Also ziehen Sie ruhig zwei bis drei Würmer auf. Gerade dann, wenn Sie ohne Weitwurfclips fischen. Denn die Hälfte der Würmer verabschiedet sich oft schon beim Wurf. Haben Sie dann nur einen Wurm aufgezogen, bleibt nicht mehr viel übrig.
Ich fische bei ruhigem Wetter sogar mit drei bis vier Würmern pro Mundschnur und Haken: mehr Geruch, mehr Bisse! Wer sich für "mehr Fleisch" auf dem Haken entscheidet, sollte allerdings auch mit dem Anhieb etwas länger warten, so viel Wurm will erstmal geschluckt sein. Sollte sich ein Fehlbiß an den nächsten reihen, weil die Fische immer am Haken vorbei in die Wurmkette beißen, besteht immer noch die Möglichkeit, weniger Würmer aufzuziehen. Ein weiterer Grund für die reichlichen Fehlbisse - und die sind nun wirklich ärgerlich - liegt in zu kurzen Mundschnüren. Sobald die Fische den Widerstand der Montage und der aufgespannten Rute spüren, lassen sie wieder vom Köder ab. Verändern Sie die Länge der Mundschnur mehr Länge bedeutet weniger Fehlbisse. Dazu die Rute am besten nicht auf volle Spannung bringen. Und schon bekommen
Sie die Fische an den Haken, die Sie kurz vorher noch zur Verzweiflung getrieben haben.

Perlen vor die Fische

Vier Stunden geangelt und immer noch keinen Biß. Da fragt sich wohl jeder Angler, was er bloß falsch macht. Neben weniger oder mehr Würmern am Haken und den unterschiedlichen Wurfweiten haben wir auch die Möglichkeit, mit Auftriebsperlen zu arbeiten. Sie können natürlich ein System, gespickt mit Würmern, wunderbar in irgendwelchen Krautbänken versenken. Und dann hoffen, dass die Fische das System irgendwann mal finden. Doch da erwarten wir wohl manchmal etwas zu viel. Auftriebsperlen heben den Köder vom Gewässergrund. Damit verbreitert sich automatisch der Dufttrichter der angebotenen Köder. So steigen die Chancen, dass die Fische die Würmer überhaupt wahrnehmen. Wenn Sie sich für das Fischen mit Auftriebsperlen entscheiden, testen Sie im Uferbereich aus, wieviele Würmer Ihre Perlen auch tatsächlich tragen: Es ist schließlich auch möglich Auftriebsperlen zu versenken. Dann ist die gute Idee nämlich für die Katz'. Auch zu kurze Mundschnüre schränken die Wirksamkeit dieser Angelmethode ein. Was nützt schon eine dicke Auftriebsperle an einer 15 Zentimeter langen Mundschnur? Noch zwei Anmerkungen zum Thema Perlen: Es ist allgemein bekannt, dass Plattfische auf kleine Perlen stehen. Aber behängen Sie Ihre Mundschnur nicht wie einen Weihnachtsbaum. Drei bis vier kleine 4-Millimeter-Perlen in Gelb oder Grün auf einer Mundschnur sind ausreichend. Bei trübem Wetter sind Dorsche mit fluoreszierenden Perlen oft leichter zu überlisten: also schauen Sie sich immer auch die Gewässertrübung an Ihrem Angelplatz an

Abgucken erlaubt

Ein letzter Tip: Schauen Sie was Ihre Nachbarn tun. Da man sich ohnehin oft unter anderen Brandungsanglern einreiht sollte man diese Ansammlung an Wissen und unterschiedlichen Philosophien übers Fischen immer als persönliche Bereicherung nutzen - und sei es, im Extremfall als abschreckendes Beispiel. Lernen Sie durch diesen Austausch mehr Erfahrung zu sammeln. Das ist auch ein Teil dessen, was unser Hobby unter anderem, so liebenswert macht: Natur- und Gemeinschaftserlebnis miteinander zu vereinen. Ein allerletzter Tipp: Gehen Sie fischen! Nur durch gemachte Erfahrungen, durch unmittelbare Erlebnisse wird man erfolgreiche Brandungsangeltage erleben. Die Praxis ist durch nichts zu ersetzen auch nicht durch das Studieren unzähliger Sonderhefte oder Berichte über das Brandungsfischen. Die Praxis ist und bleibt der beste Lehrmeister.