Nachdem ich den Aal in der Kühlbox untergebracht hatte, bestückte ich meine Rute erneut mit Tauwurmbündel und warf sie aus. Etwa 45 Minuten später hatte ich erneut eine Meldung. Ich schlug an und während ich drillte, überlegte ich, was ich wohl für einen Fisch am Haken haben könnte. Zuerst glaubte ich an einen weiteren Aal, denn der Fisch wand sich sehr und ergriff immer wieder die Flucht. Es fand ein regelrechter Kampf zwischen uns beiden statt, den ich auf keinen Fall verlieren wollte. Für einen Aal war der Fisch mir einfach zu stark, aber was sonst konnte es sein? Sollte etwa ein Karpfen auf Tauwurmbündel gebissen haben? Unmöglich! Endlich hatte ich ihn in der Nähe des Ufers und bat meine Frau mir den Kescher zu reichen. Ich traute meinen Augen nicht, als ich sah, was sich tatsächlich im Kescher befand: ein Wels! Niemals zuvor hatte ich einen Wels gefangen. Er hatte eine Länge von 75 cm, das Mindesmaß für bayrische Fische. Als er mich mit seinen Kulleraugen und Barteln anschaute, hätte ich ihn am liebsten wieder ins Wasser gesetzt, aber meine Frau meinte, dass wir ihn mitnehmen sollten. Sie selber war so aufgeregt und voller Freude, dass sie es an diesem Abend nicht schaffte, ein Foto von mir und dem Wels zu machen. .